11.03.2021 Warum Hybride SV Systeme geiler sind als ihr Ruf.

Klären wir erstmal, was ich unter einem Hybriden SV oder Kampfsystem verstehe. 
Es mischen sich hier die Elemente klassischer Kampfsportarten mit den funktionellen Anforderungen realistischer Alltags- und Übergriffssituationen. 

Zu einem guten Hybriden gehören eine solide Basis im Schlagen, der Einsatz von Ellenbogen und Tritten, Kämpfen in der Bodenlage und zu guter Letzt eine überschaubare Anzahl kämpferisch umsetzbarer Techniken. 

Aber war das schon alles? "NEIN!" Taktische Vorgehensweisen und gute Deeskalationsstrategien gehören genau so dazu, wie eine gesunde Einstellung zum Thema Gewalt. 
Psychologische Zusammenhänge und ein logisches aufeinander aufbauendes Konzept sind auch ein wichtiger Bestandteil.

Klingt ja bis hier her schon mal prima, aber wenn das doch alles so ist, warum gibt es dann immer wieder die Aussage, "Klappt nicht, ist nicht realistisch, kannst du so machen, ist dann aber doof." 

Naja weil in erster Linie bei vielem wo Krav Maga oder hybrides Kampfsystem drauf steht, eben genau das drin ist, aber es fehlt zu oft an einer gewissen Logik.

Stellen wir uns doch mal eine Frage vorab: ich rede häufig mit Kollegen anderer Verbände oder anderer Kampfkünste und jeder hat auf seine Fragen die richtigen Antworten.
Ich kann viele Meinungen akzeptieren, aber oft werden da Antworten auf Fragen gegeben, die niemand gestellt hat. 

Ein Bsp.: Frage ich einen SV Lehrer mit Hapkido Hintergrund nach einer einfachen Armbefreiung, wird er mir nie zur Antwort geben "Ich schlage dem Angreifer mit massiver Gewalteinwirkung ins Gesicht", nein, er wird mir eine sehr komplexe Hebeltechnik zeigen, die im Stress und unter Druck nicht bis gar nicht funktionieren wird. Okay ich revidiere ... die für ihn vielleicht funktioniert, aber von jemandem, der das Ganze nicht schon 10.000 Mal gemacht hat, kaum umsetzbar ist. 

Genau so würde kein "Hardcore-Militär-Nahkampf-Trainer" auf die Idee kommen einfach zu sagen: "Äh sorry, kannst du mich mal los lassen?" 

Irgendwie haben beide Recht... also auf was will ich hinaus? 

Nicht dein technisches Portfolio macht das System, sondern das, was du logisch erklären kannst und nahtlos ineinandergreift.

Es gibt keine perfekten Techniken, es gibt nur eine bessere oder schlechtere Antwort auf eine Fragestellung und wie alles im Leben hat alles seine Vor- und Nachteile.
Kleiner Tipp vorab - um so mehr du in deinen Hybriden verpackst, um so problematischer wird das mit der Logik, aber das erstmal als kleiner Teaser. 

Das bringt uns zum Kern der Sache und der Aussage die ich oft höre "Das funktioniert nicht, der muss doch nur abdrücken" ...
für weitere Aussagen zu dem Thema, was alles geht und was nicht, empfehle ich ein ausgiebiges Studium einschlägiger Gruppen in Facebook.

Die wissen alle ganz genau, was so geht ... "No Front" :-)

Du kannst nicht kritisieren, was du nicht verstehst.
Vielleicht fehlt dir eine kleine Information, die nicht gleich ersichtlich war. 

Vielleicht hast du es aus dem falschen Kontext betrachtet, möglicherweise wars wirklich scheiße und selbst dann muss nicht alles falsch sein. 

Das Problem liegt also nicht zwangsläufig in dem was du siehst, sondern in dem was du interpretierst.

Gibt es gutes oder schlechtes Krav Maga? "Jein".

Es gibt sicher Schulen, die sich die falschen Fragen stellen oder Lösungen aus dem Buch unterrichten, ohne sie zu hinterfragen. 

Aber macht das das ganze System per se zu einem Problem?

Mein Tipp: Such dir eine Schule, die solide Grundlagen vermittelt, keine wilden "nice to have" Techniken unterrichtet und dich fördert und fordert, ohne dir immer wieder neue Lösungen für Fragen zu geben, die du dir nie stellen würdest.

Dein Körper ist im Stress nicht in der Lage aus zisch verschiedenen Ansätzen zu wählen, er wird das tun was er in der Lage ist noch umzusetzen - und ich verspreche dir, keiner deiner 687 doppelseitig gesprungenen Drehkicks wird das bewirken, was du dir all die Jahre schön zurecht gelegt hast.

Sind Drehkicks deshalb Mist? Nein, sie haben ihre Berechtigung, halt nur nicht im Selbstverteidigungskontext.

Ähnlich ist es mit Entwaffnungen... ihr tretet jemanden multipel in die Genitalien und müsst ihn dann noch mit einem Hebel entwaffnen? Echt jetzt?
Sorry, dann müsst ihr an euren Tritten arbeiten und nicht an einem neuen Hebel. ;-) 

Um so mehr Möglichkeiten ich einem System hinzufüge, umso schlechter wird das Ganze umzusetzen sein, aber das würde ja mein System endlich machen.
Und wie halte ich dann meine Kundschaft?

In dem man sich die richtige Frage stellt! 

Was will ich erreichen? Will ich, das meine Kunden zahlen und ewig brauchen, bis sie ein paar Skills aufgebaut haben oder will ich sie schnell wehrhaft machen?
Will ich mich mit komplexen Dingen/Techniken beschäftigen und das Wesentliche aus den Augen verlieren oder will ich Leute dazu befähigen, die sich schnell an Situationen adaptieren können, denen sie begegnen?

Fakt ist...

Es werden die einfachen Sachen sein, die Logischen und die über die sie nicht nachdenken müssen, die ihnen den Hintern retten. 

Also warum sind Hybride geil?

a) Weil man problemlos in einem guten Hybriden entscheiden kann, bestimmte Sachen nicht zu unterrichten und am Ende das Ergebnis immer noch das Gleiche ist. 
b) Fitte, wehrhafte Schüler, die nicht den Helden spielen und nicht meinen, sie hätten auf einem Superman Comic übernachtet, aber für einen potentiellen Angreifer physisch wie psychisch eine Herausforderung darstellen. 

Stay Safe

Euer Michel 




 



 

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