09.03.2020 Wie ist das denn jetzt mit diesem Pfefferspray ...


Die Party ist zu Ende, der Heimweg steht bevor.
Die erste Etappe mit der Bahn ist geschafft, jetzt geht’s weiter zu Fuß durch die Siedlung.
Es ist noch dunkel, einige Laternen sind von den Bäumen verdeckt, andere kaputt.
Niemand zu sehen auf der Straße, die Rollläden sind überall unten.
Plötzlich Schritte, eine Gruppe Männer ist weiter hinten aus der Seitenstraße gekommen, sie kommen näher, immer schneller…
Wie es weitergeht?

Szenarien fallen einem hier sicher viele ein.
Die Präsenz vieler Ereignisse der vergangenen Jahre sind durch Presse und Medien jedem bekannt.
Angst und Verunsicherung schlugen in den Wunsch um, sich verteidigen zu können, dass Mittel der Wahl: Pfefferspray!

Spray gekauft, in der Tasche verstaut und schon fühlt man sich sicher(er).
Doch ganz so einfach ist es nicht, eher das Gegenteil ist der Fall.
Schon beim Kauf sind die ersten Fehler vorprogrammiert:
Pfefferspray oder CS? Gel, Sprühnebel oder Sprühstrahl?

DAS Abwehrspray gibt es nicht, denn die Auswahl ist abhängig vom Einsatzgebiet und auch die taktische „Anwendung“ unterscheidet sich.

Im Großen und Ganzen können die Wirkstoffe auf zwei Gruppen eingegrenzt werden:

CS (2-Chlorbenzylidenmalonsäuredinitril) und Pfeffer (Capsaicin – kurz OC).

Beide Wirkstoffe unterscheiden sich in ihrer Wirkung und der rechtlichen Beurteilung.
CS wirkt direkt auf die Augen und oberen Atemwege und löst beim Angreifer starke Augen- und Nasenreizungen aus.

Es wirkt hierbei auf das Schmerzzentrum, woraus sich auch der größte Nachteil ergibt:
Bei einem herabgesetztem Schmerzempfinden (Alkohol, Drogen, Medikamente) wirkt dieses langsamer oder nur schwach.

Capsaicin (Pfefferspray), welches aus Chillis / Paprika gewonnen wird, wirkt zusätzlich auf der Haut und bedeutend stärker als CS.
Bei Hautkontakt tritt quasi sofort ein sehr starkes Brennen auf.

Beide Stoffe unterscheiden sich auch vom rechtlichen Aspekt.

CS-Sprays dürfen erst ab 14 Jahren erworben und mitgeführt werden, vorausgesetzt es ist geprüft und mit einem PTB Zeichen (Physikalisch-Technischen Bundesanstalt) versehen.
Andernfalls gilt es als verbotene Waffe.

Pfeffersprays unterliegen keiner Altersbeschränkung und benötigen auch kein Prüfzeichen.

CS-Sprays sind für die Abwehr von Menschen zugelassen, anders hingegen die Capsaicinhaltigen Sprays, diese dürfen nur gegen Tiere eingesetzt werden!
In einer Notwehrsituation ist dies jedoch egal, hier darf nämlich das mildeste zur Verfügung stehende Mittel zum Einsatz kommen.
Wichtig ist hierbei nur, dass man das Pfefferspray eben nicht zur Abwehr eines Menschen mitführt.
Kommt man in eine Polizeikontrolle hat man es eben wirklich nur dabei, um Hunde abzuwehren.

Unabhängig vom Inhalt heben sich alle Abwehrsprays noch in zwei wesentlich Punkten voneinander ab: Wie „flüssig“ ist der Wirkstoff und in welcher Form tritt er aus? Ein Sprühnebel verteilt das Mittel in einem großen Umkreis.
Das Aerosol ist dabei so fein, dass immer die Gefahr besteht, dass es durch Wind zum Anwender zurück geweht wird.
Starker Regen kann die Wirkung eines Sprühnebels ebenfalls stark beschränken, außerdem ist die Reichweite sehr begrenzt.
Zielen ist jedoch kaum nötig und man kann sich somit gut gegen nahe Gegnergruppen verteidigen.
Mit einem Sprühstrahl hingegen muss genau gezielt werden, dafür ist das Mittel flüssiger und wird deshalb wenig bis gar nicht durch Wind beeinflusst.
Die Reichweite ist entsprechend höher.
Abwehrsprays mit Sprühstrahl gibt es in unterschiedlichen Sprühformen: Kegelförmig, Flachstrahl, Punktstrahl.
Die dickflüssigste Variante der Abwehrsprays ist das Gel.
Ebenfalls in Form eines Sprühstrahls hat es jedoch ein besonders “fieses” Merkmal: Es klebt stark und lässt sich nur schwer abwaschen.
Hiermit können Gegner sehr lang außer Gefecht gesetzt werden.
Außerdem ist eine Identifizierung des Täters leichter möglich, denn das Gel ist in der Regel eingefärbt und lässt sich aus Kleidung kaum entfernen.

Muss man das Spray einsetzen ist eine Ausnahmesituation eingetreten, Adrenalin schießt durch den Körper, im Kopf heißt es nur noch “sicher hier rauskommen” - “überleben”!

Angst lähmt den Körper, genau wie den Verstand.
Ein Abwehrspray, dass seit dem Kauf in der Jacken- oder Handtasche verschwunden ist, wird in dieser Situation selten zum Einsatz kommen.  
Solche Situation bauen sich schnell auf, manchmal in wenigen Sekunden, hier bleibt keine Zeit, um das Abwehrspray zu suchen.
Instinktiv muss die Hand zu der Stelle gehen, an der es verwahrt ist und dieser Ort muss immer gleich sein.
Ein Automatismus muss sich entwickeln, welcher nur durch Übung und Training erlangt werden kann.

Ist das Spray dann doch einsatzbereit in der Hand, heißt es Zielen! Eine “Mannstopwirkung” erzielt man nur mit einem Treffer im Gesicht oder Kopfbereich.
Wird ein Sprühnebel genutzt, muss man den Angreifer sehr nahekommen lassen und darf nicht zu früh auslösen. Weht Wind? Regnet es stark? Fragen die je nach Abwehrspray instinktiv zu beantworten sind, mit denen man sich immer wieder befassen muss.  

Eines haben alle Arten von Abwehrsprays gemeinsam: Ohne geübte Anwendung ist man genauso (un-)sicher, wie ohne.
Unsere Empfehlungen findet Ihr am Ende des Artikels.

Stay Safe eurer
Doc. Safe


  

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